Mission Flamingo
Die Welt ist ein Buch, und wer nicht reist, liest nur eine Seite.
Augustinus Aurelius
Treffen sich drei Lektorinnen zum Frühstück. Sagt die eine zu den anderen: „Wie schreibt sich eigentlich …?“ Wie cool! Sich einmal beim Nachdenken über Schreibweisen oder korrekt gesetzte Apostrophe nicht als Nerd zu fühlen. So ist das, wenn man eine Co-Workation mit zwei Kolleginnen verbringt.
Co-Work … was?
Ähnlich einer Workation, wie ich sie bereits einmal auf Langeoog versucht habe, nur gemeinsam mit anderen. Katrin hatte die Idee, Kathleen schloss sich an, die beiden fragten mich. Nach einigen Überlegungen sagte ich zu, und wir legen einen Chat mit dem Namen Mission Flamingo an.
Mission Flamingo, weil wir uns auf Montpellier als Ort einigten. Montpellier ist eine reizende, kleine Stadt im Süden Frankreichs, in deren Nähe Flamingos leben.
Flamingos in Montpellier (Foto: privat)
Französisch? Indisponible!
Seitdem ich für mein Abitur auf dem zweiten Bildungsweg Spanisch lernen musste, habe ich ein Faible für diese Sprache. Innerhalb kurzer Zeit schaufelte ich mir damals das nötige Wissen drauf. Bis heute mag ich Spanisch, obwohl ich es nicht mehr fließend spreche.
An die Französisch-AG in meiner Realschulzeit erinnere ich mich ungern. Meine gelegentlichen Frankreichbesuche in jungen Jahren verbinde ich mit französischen Menschen, die sich weigern, Englisch zu sprechen – mon Dieu! Da half auch das beste Croissant nicht.
Duolingo: Hilft das?
Ein halbes Jahr vor der Mission Flamingo stellte ich Duolingo auf Französisch um. Mein Ziel: mir ein Eis auf Französisch bestellen zu können.
Die Französ*innen waren so viel freundlicher, als ich dachte. Sie hörten sich geduldig mein Gestammel an. Und es klappte: Strahlend hielt ich Erdbeereis im Hörnchen – und keine Currywurst – in den Händen.
Mehr noch: Ich schaffte es, mir eine Theaterkarte zu kaufen – es gab keine Option, das online auf Englisch zu tun – und schaute mir La Traviata an. Italienisches Libretto, französische Obertitel. Ja, ich war auch stolz auf mich.
Die Arbeit? Die Kolleginnen?
Auch wenn ich in diesem Beitrag hauptsächlich von meinen Freizeitaktivitäten erzähle, habe ich natürlich auch gearbeitet. Sogar recht viel, weil ich ein größeres Projekt mit nach Frankreich genommen habe. Das hat funktioniert, weil wir uns im Vorfeld auf einige Eckpfeiler geeinigt haben: arbeiten bis in den frühen Nachmittag, dann Montpellier erkunden.
Zudem arbeitet es sich sehr viel leichter, wenn die Kolleginnen ebenfalls arbeiten. Großartig ist es, wenn man sich kurz über Fachfragen austauschen kann: „Sagt mal, kommt hier ein Komma hin?“ – „Wie ist der Shortcut für ein korrektes Anführungszeichen?“
Außerdem zahlen sich Offenheit und Vertrauen in mein Bauchgefühl aus, denn so gut kannte ich Kathleen und Katrin nicht. Wie wird es sein, so viel Zeit mit Menschen zu verbringen, die mir nicht ganz so vertraut sind?
Fantastique! Wir sind als Kolleginnen gestartet und als freundschaftliches Team zurückgekommen. Danke dafür, liebe Katrin, liebe Kathleen! Ich würde es wieder tun. #missionFlamingo
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